Samstag, 7. April 2012

Des einen Leid, des Handwerkerkunden Freud: Pfusch am eigenen Bau

Schön und eine winzig kleine Wiedergutmachung sind ja immer wieder die Geschichten, bei denen es um Pfusch an Handwerkers eigenem Bau geht.

Ein Bild des Horrors
Die Handwerkers sind da!
(c) Vera Kriebel, 2003


Diesmal der Bau des Präsidenten der Dachdeckerinnung höchstpersönlich. Vor vier Jahren wurden Balkons an eines seiner Vermietungsobjekte gesetzt. Mit Gerüst aus Holzbohlen. Mein Nachbar sagte damals schon, dass das aber komisch sei, die Balken sähen so hell aus, gar nicht wie wetterfeste kesseldruckimprägnierte. Aber gut, der ist ja auch ein Laie. Ein Jahr später meinte eine Mieterin des Hauses, dass die Balkons ja bald abgerissen werden könnten. Aber auch da muss man sagen: die sieht immer schwarz und Fachmann ist sie auch nicht.

Die Dachdeckers kommen

Nun sind aber die Dachdeckers tatsächlich angereist, und das gleich zuhauf. Vermutlich können sie von Glück sagen, dass keiner der Balkons inklusive Bewohnern den Abflug gemacht hat, denn zuerst tauschen sie nur einzelne Balken aus. Insgesamt sind mindestens sechs Dachdecker gleichzeitig (ah, wir hatten Winter - da haben sie keine anderen lukrativeren Aufträge und können endlich mal die eigenen Bauten in Schuss bringen!) seit zwei Wochen zugange.

Mit den (Arbeits)Tagen müssen sie aber einsehen, dass sie nach und nach praktisch alle tragenden Holzteile auswechseln müssen. Wahrscheinlich wäre der sofortige Abriss und vollständige Neubau der Balkons das Sinnvollste gewesen. Aber man pfuscht natürlich lieber erst mal ein wenig herum. Erst wenn es gar nicht mehr geht, wird dann das Problem grundsätzlich an der Wurzel gepackt. Die neuen Balken sehen übrigens wieder so wie die alten und wieder sehr hell aus, aber ich kann nicht glauben, dass man zweimal denselben Fehler macht (bin ich als Handwerkerkunde immer noch nicht schlau geworden???).

Doch jetzt - inzwischen haben wir kein Winter mehr, aber auch gerade so schlechtes Wetter, dass man nicht bei Kunden herumpfuschen möchte -  sind sie doch wieder aufgetaucht. Nach Wochen. Und diesmal bewaffnet mit Holschutzmitteleimern und Pinsel. Das Gerüst stand ja noch. Und nun werden alle Holzbalken tatsächlich auch gestrichen und imprägniert. Hatten Nachbar und Hausbewohnerin also doch recht!

Aber mal schauen, obs diesmal so ist, wie es sein soll. Wir wollen die nächsten Jahre mal abwarten, wie sich die Balkons entwickeln ... (Zugegeben: mit etwas Schadenfreude.)

1 Kommentar:

  1. Geht zwar nicht direkt um Handwerker sondern um die Handwerkskammer:
    http://ueberhauptgarnix.blogspot.de/2012/03/handwerkskammer-stuttgart-versucht.html

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